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Learning English, Lesson 1

Raphael Honigstein ist ein deutscher Sport-Journalist, der für die Süddeutsche Zeitung und den englischen <GUARDIAN> schreibt. Letzteres ist für ihn besonders praktisch, weil er in London lebt. Nach jedem Bundesligaspieltag verfaßt er für die Online-Ausgabe des GUARDIAN eine kleine Zusammenfassung des deutschen Tagesgeschäfts. <Diese Woche> kommt er natürlich nicht am Disput zwischen <Oliver Bierhoff> und <Rudi Völler> vorbei und läßt auch <Uli Hoeneß> noch einmal zu Wort kommen. Das Unterhaltsame an Honigsteins Artikeln für den GUARDIAN ist, daß man als Konsument der deutschen Sportpresse die Zitate noch auf Deutsch im Hinterkopf hat wenn man sie nun in schönstem Englisch vorgelegt bekommt, veredelt mit feinsten Ausdrücken und Redewendungen.

Nehmen wir z.B. Bierhoff selbst. “A tad snootily” faßt Bierhoffs Auftritte als “Manager der deutschen Fußballnationalmannschaft” wunderbar zusammen: “ein bißchen (!) hochnäsig”. Ich werde ihn ab jetzt für den Rest meiner Zeit nur noch “Snooty” nennen. Ein toller Spitzname, defintiv besser als “Malteserfuß”, womit wir bei “Ein Rudi Völler” selbst wären. “To be miffed” mag zwar Umgangssprache sein, aber schon beim Ausprechen von “miffed” kräuselt sich einem die Nasenspitze; von “kräuseln” zu “angesäuert” ist es phonetisch jetzt nicht mehr weit, wobei “angepißt” eine vielleicht derbere, aber passendere Übersetzung wäre. Apropos: Oliver Kahn und die “Krawattenträger”. Kahns Kritik an den Urhebern der Bundesligaspielansetzung wird von Honigstein formschön zu “blazer buffoons”, was rückübersetzt ein schmuckes “Anzug-Kasper” ergibt. Wundervoll!

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