Diese Woche: Wu-Tang Clan, “Triumph”, 1997; Regie: Brett Ratner.
Aufmerksame Leser dieser Serie werden jetzt denken: “Was? Andreas und Wu-Tang? Ist etwa schon der 1. April?”
Nein, so weit ist es noch nicht. Die irren Rapper gesellen sich zu illustren anderen Künstlern, deren Musik ich nicht zu schätzen weiß, deren Videos mich aber haben aufhorchen lassen.
In diesem Fall einzig und allein bezüglich eines Charakteristikums: Megalomanie – das Video muß soviel gekostet haben wie das Budget aller deutschen Spielfilme 1997 zusammen. “Boh wie phatt ist das denn?” war das Erste, was mir bei der Erstbegegnung mit diesem Video durch denn Kopf ging.
Ich klinge wie ein alter Mann wenn ich sage, daß die Spezialeffekte damals state of the art waren. Heute sehen sie doch ein wenig antiquiert aus, aber sie waren sicher sündhaft teuer.
Meine Lieblingszeile in “Triumph” ist “make ‘em jump like Rod Strickland”, was ich seinerzeit ziemlich klasse fand, weil Rod Strickland, eine New Yorker Streetball-Legende, damals in der NBA bei den Washington Bullets seinen Karrierehöhepunkt erreichte und als fantastischer Point Guard auch mich begeisterte.
In der ersten Runde der Eastern Conference Playoffs spielten die Bullets 1997 als Underdog gegen die Chicago Bulls um Michael Jordan, und auch wenn sie mit 0-3 verloren, gingen sie doch nicht unter, sondern boten dem amtierenden und zukünftigen Meister einen großen Kampf. Der floor general war Rod Strickland, und er trumpfte so groß auf, daß der Wu-Tang Clan ihn in diesem Song verewigte.
Was wurde aus den players dieses Videos?
ODB ist tot und Brett Ratner dreht X-Men-Filme. RZA, GZA und wie sie alle heißen sind nach wie vor dick im Geschäft. End of Story.
Druckversion
Einen Kommentar abgeben