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Meine Lieblingsmusikvideos (30)

Diese Woche: Maroon 5, “Won’t Go Home Without You”, 2007; Regie: Sophie Muller.

Das Video geht 4:18, davon kann man aber bestimmt knapp vier Minuten in die Tonne treten. So unsäglich ich die Stimme des Sängers finde, so unsäglich finde ich die Musik, so unsäglich finde ich die ganze Band Maroon 5.

Aber als auf MTV dieses Video kam, war ich nach dem ersten Schnitt schon Feuer und Flamme. Ich wiederhole: nach dem ersten Schnitt. Im Grunde geht die Faszination dieses Videos von den Schwarzweiß-Sequenzen aus, mit freundlicher Hinzunahme der letzten Farbszene. Mit diesen Angaben bekommt die Faszination einen klar umrissenen Namen: Schnittenvideo, ok, alles klar.

Schon der erste Moment löste bei mir die Frage aus “Verdammt, die kennst du doch irgendwoher! Aber woher?” Ich quälte mich also durch den ganzen dreckigen Song und das dazugehörige, in seinen Schwarzweiß-Sequenzen doch recht ansehnliche Video mit diesem unerträglich metrosexuellen Sänger. … … Ok, eigentlich wollte ich eine negative Bewertung vermeiden, aber ich kann nicht anders, es ist stärker als ich … … mit diesem unsagbar schwulettigen Sänger mit seiner quäkigen Nöl-Stimme. Am Ende des Videos war ich so schlau wie vorher. Ein Schnittenidentifikationsfiasko!

Die Folge war, daß ich das Video “suchen” mußte. Ja, ich gestehe, ich mußte ein Maroon-5-Video suchen. Es fühlte sich schäbbig an. Dank Google und YouTube konnte ich mir das Video gleich mehrmals ansehen. Aber auch nach dem zweiten und dritten Mal konnte ich diesem schönen Gesicht keinen Namen zuordnen.

Aber mir fielen andere Dinge auf.

Wie kann es sein, daß der Sänger wahlweise aussieht wie der Liebhaber von David Beckham oder wie Dave Gahan in dem Depeche-Mode-Video zu “Enjoy The Silence”, wo er durch schöne Grashügellandschaften läuft?

Wieso sieht der Rest der Band aus wie die zotteligen Techniker aus “Wayne’s World”?

In welchem obercoolen NY/LA-Restaurant befindet sich der schlimme Sänger, wo ein weißer Hirsch herumsteht, der wie aus dem Smithsonian geklaut aussieht?

Warum darf diese mittelmäßige Nöl-Kapelle so schamlos bei “Every Breath You Take” von The Police klauen?

Beim Anhörertragungsritus Nummer 4 fiel es mir dann wie Schuppen von den Augen: ALEX!

Alex, die Tocher von Rousseau, die Adoptivtochter von Benjamin Linus, dem Bösewicht aus “Lost“!

Und tatsächlich: Tania Raymonde, die Darstellerin der Alex, ist das Objekt der Begierde in dem für cirka 23 Sekunden ansehnlichen Video zu dem unsäglich penetranten Maroon-5-Song “Won’t Go Home Without You”.

Meine Wissensgier mußte ich teuer bezahlen. Aufgrund eklig verklebter Gehörgänge brauchte ich eine Ohrdrainage. Der Boss war mir dabei behilflich.

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