Diese Woche: Ash, “Girl From Mars”, 1995; Regie: Peter Christopherson bzw. Jesse Peretz.
Ash sind so etwas wie die Nicht-so-ganz-Gewordenen der britischen Rockmusik der 90er. Man hat sie als Fan ungeheuer toll gefunden, vielleicht auch geliebt, aber nach den ersten zweieinhalb Alben war da irgendwie eine Leere, die man sonst nur im Kopf eines nordamerikanischen Hip-Hop-Artisten vermuten würde.
Dabei fing alles so gut an: “Trailor” (1994) war gelungen, “1977″ (1996) war vorzüglich. Tim Wheeler hätte sich als BRAVO-Poster in vielen Mädchenzimmern gut gemacht, und Charlotte Hatherley war das schöne Indie-Mädchen für die Jungs.
Aber dann kamen die anderen Alben, die etwas weniger gut waren, und dem geneigten Fan wurde klar: nee, so toll sind die nicht mehr. Traurige Geschichte.
Das Beste, was Ash hinbekommen haben, ist das legendäre “Girl From Mars”, ein Song so schön wie eine saftige, grüne, irische Wiesenlandschaft.
Ash, “Girl From Mars”, v1.0 (UK)
Äh ja, das ist wirklich ein scheußliches Video. Nichts mit grüner Wiesenlandschaft, sondern eher als hätte jemand auf zuviel LSD “Give it away” von den Red Hot Chili Peppers geschaut.
Die Band haßte diese erste Fassung, und als die Single 1995 in den USA erscheinen sollte, wurde ein zweites Video gedreht. Damals, in den musikvideoverschwenderischen 90ern, ging so etwas noch.
Ash, “Girl From Mars”, v2.0 (US)
Das zweite Video ist zwar auch nicht soooo viel besser als das erste, aber zumindest hat der Regisseur vor dem Dreh (vermutlich) keine bewußtseinserweiternden Drogen konsumiert.
Beide Clips sind künstlerisch eigentlich nicht so wertvoll, daß sie in dieser Reihe erscheinen sollten. Aber bei “Girl From Mars” kommt erschwerend hinzu, daß es einer meiner all-time favourite songs ist und durch die Produktion zweier (zugegeben sicher nicht exorbitant teurer) Videos ein schönes Beispiel für Musikvideobudgetexzesse in den 90ern ist. Darauf eine Henry Wintermans Cigar.
Druckversion
Einen Kommentar abgeben