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Meine Lieblingsmusikvideos (37)

Diese Woche: R. Kelly feat. Jay-Z, “Fiesta”, 2001; Regie: Little X.

Als nicht gerade größter Freund des Hip Hop steht dieses Video bei mir symptomatisch für mein größtes Problem mit dieser Sparte: die Reduzierung von Frauen auf die Rolle der “Hoes ‘n’ Bitches” und des Sexobjekts. Das klingt fürchterlich klugscheißerisch-feminstisch, ich weiß, aber ich würde diesen Ansatz lieber humanistisch nennen.

Yo, tits ‘n’ asses gehen immer, wird sich R. Kelly gedacht haben. Willige Tanzpuppen brauchte er für dieses Video, die brünftig im seichten Strandwasser stehen und ihre Silikonbrüste in die Kamera halten. Jetzt kann man dem sexuell kontrovers diskutierten R. Kelly diese generelle Tendenz seiner Musikrichtung nicht anlasten, aber sich diesem Diktat sklavisch zu unterwerfen, das kann man ihm durchaus vorwerfen.

“Fiesta” könnte ich als mein “dialektisches Lieblingsmusikvideo” bezeichnen. Gegen den Anblick halbnackter, attraktiver Damen habe ich natürlich nichts. Beim ersten Sehen hat die Fiesta von R. Kelly und Jay Z auch für großes Gelächter bei mir gesorgt: alle Klischees des Genres erfüllt – eine phatte Strandparty mit Chixxx ‘n’ Homies. Mission erfolgreich. Aber weil mich dieses Fauenbild so störte, sorgte es in der Folgezeit für eine Sensibilisierung meinerseits bei diesem Thema. Kunst darf eben nicht alles, vor allem keine überholten Bilder transportieren.

“Grundsätzlich herrscht im HipHop ein Frauenbild vor, das in der westlichen (wie auch in Teilen der afrikanischen) Kultur eine lange Tradition hat und die Frau in starkem Maße mit Körperlichkeit und Reproduktionsfähigkeit gleichsetzt. [...] Diese Abwertung bezieht sich jedoch auf mehr als auf die weibliche Sexualität. So lässt sich die Gleichsetzung von Frau und Hure auch als Kontrollstrategie des Patriarchats deuten, um Frauen auf traditionelle Geschlechterrollen zu fixieren [...]”
Quelle: Kimiko Leibnitz, “Die bitch als ambivalentes Weiblichkeitskonzept im HipHop” (Abstract)

Um die Soziologie des Hip Hop tiefer zu erforschen, fehlte mir das Interesse an der Musik. Mittlerweile gibt es durchaus Ansätze, den Begriff “bitch” positiver zu deuten (z. B. im o. g. Abstract). Ich denke jedoch nicht, daß man Konnotationen zu so eindeutigen Wörter wie “bitch” und “hoe” hinzufügen kann. Aber dazu bin ich auch zuwenig Soziologe, zu sehr präskriptiver Linguist und vor allem viel zu wenig Hip Hopper.

Kurze Leseliste “Frau im Hip Hop”:

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veröffentlicht in Lieblingsmuskvideos, bisher Kommentare (3)

3 Kommentare to “Meine Lieblingsmusikvideos (37)”

  1. Martin sagt:

    Ist zwar schon etwas älter, finde ich aber nach wie vor gut, einer der besten Stücke von R. Kelly

  2. Sebastian sagt:

    Nachdem ich nur die Überschrift gelesen und das Video angeschaut hatte, wollte ich dir schon einen bitter bösen Kommentar schreiben, aber zum Glück habe ich deinen Post dann noch gelesen ;)

    Das Schlimmste daran ist noch, dass mir immer häufiger auffällt, wie unsere Jugend diese auffassung der Frau als bitch übernimmt. Wo bleibt die 2. Emanzipation inder weibliche Künstler halbnackte Männer posieren lassen?

  3. gerg sagt:

    Tolles Video. Gefällt mir sehr gut.

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