… ist ein schöner Titel, und ich freue mich, daß ich an dieser Stelle endlich mal die <taz> zitieren kann. Den SPIEGEL selbst kann man in dieser Angelegenheit allerdings auch nicht anführen, denn er schweigt dazu wie ein Grab; die Süddeutsche und die FAZ hingegen waren nicht in der Lage, einen schmissigen Titel zu kreieren.
Letzte Woche Donnerstag wurde öffentlich, daß <Stefan Aust> als SPIEGEL-Chefredakteur abgelöst werden soll, spätestens Ende 2008. Das “Warum?” kann und mag niemand aus dem SPIEGEL-Verlag kommentieren, und aufgrund der Stimmberechtigungen innerhalb des Verlags ist die Frage natürlich hochinteressant. Hat Stefan Aust Kopierpapier mitgehen lassen? Oder hat sich über die Jahre eine Lobby “Pro-Windenergie” innerhalb der Mitarbeiter-KG gebildet, die nun den “Windräder verschandeln meine Gestüte”-Verfechter Aust absägen?
Der Posten des SPIEGEL-Chefredakteurs bekommt deshalb so viel Aufmerksamkeit, weil er zu den Hochämtern des deutschen Medienbetriebs zu rechnen ist. Ihm gleich kommen nur noch die Posten des Chefredakteurs
- der Süddeutschen Zeitung (<Hans Werner Kilz>)
- der FAZ (Herausgeber, nicht Chefredakteur, u.a. “der alte <Schirrmacher>” (O-Ton <Matthias Matussek>)
- des FOCUS (<Helmut Markwort>)
- und leider der BILD (<Kai Diekmann>)
Im Medien-Blog <turi2.de> habe ich einen Link zu einem Beitrag des NDR-Magazins <”Zapp”> gefunden, in dem die Demission von Stefan Aust und das seltsame Schweigen behandelt wird (16 sehr empfehlenswerte Minuten!). In dem Beitrag kommen vor allem zwei Personen zu Wort: der ehemalige STERN-Chefredakteur <Michael Jürgs> und der Journalistik-Professor <Siegfried Weischenberg>. Beide zeigen wenig Mitleid mit Aust, können aber auch keine Antworten auf das “Warum?” geben.
Vielleicht wird Stefan Austs Abgang beim SPIEGEL auch einfach ein Mysterium bleiben. Denn bei Kerner oder Beckmann, den üblichen Verdächtigen für Medienopfer, wird sich ein Mann von solcher Statur kaum ausheulen.
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