Diego hin, Sanogo her, den eigentlichen Ausschlag beim SV Werder Bremen gibt ein anderer Spieler. Weniger auffällig, aber lautstärker: Torsten Frings. Die Süddeutsche Zeitung nennt ihn einen “Motzkopf”, die FAZ findet ihn <”angenehm altmodisch”>, sein Trainer weiß um seine Wichtigkeit: an Wertschätzung mangelt es Frings nicht. Aber an Spielzeit: zum zweiten Mal in dieser Saison verletzt er sich am rechten Knie und wird <erneut einige Wochen ausfallen>. Und das in einem Moment, in dem sich die wankelmütige Werder-Mannschaft nach seiner Rückkehr zu fangen schien. Starke Spiele wie der Sieg gegen Lazio Rom in der Champions League oder das Unentschieden beim FC Schalke deuteten an, daß Werder sich langsam wieder seiner Bestform näherte, nicht zuletzt dank Frings, dem Tausendsassa im Bremer Mittelfeld (rennengrätschenpassenmotzen). Der Rückschlag kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Champions League Achtelfinale zur Disposition steht und der Rückstand auf den FC Bayern in der Bundesliga wächst. Ein denkbar schlechter Zeitpunkt also, um auf seinen wichtigsten Spieler zu verzichten. Einmal mehr liegt es an Thomas Schaaf, den Ausfall des Chefantreibers zu kompensieren. Am Anfang der Saison fehlten mit Frings, Borowski, Fritz, Womé und Carlos Alberto fünf designierte Stammspieler. Irgendwie schaffte Schaaf es dennoch, seine Mannschaft in die Champions League und auf Platz zwei der Bundesliga zu bugsieren. Zeit für ein neues Wunder von der Weser.
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