Nicht nur in Deutschland haben Trainer von kriselnden Profimannschaften einen schweren Stand, auch in der NBA wird nicht jeder Coach geschätzt. Die Rede ist ausnahmsweise nicht von Isaiah Thomas, dem hoffnungslos erfolglosen Krisenmanager der New York Knicks, dessen Inkompetenz nur ein eigenes Blog gerecht werden könnte. Es geht um George Karl, Headcoach der Denver Nuggets, einem Team, das mit viel Vorschußlorbeeren in die Saison gestartet ist und trotz eines wohlfeil austarierten Kaders nur um den achten und letzten Playoffplatz in der Western Conference spielt.
Andrew Feinstein, ein US-Blogger und laut Eigenaussage lebenslanger Denver-Nuggets-Fan, hat ein Blog erstellt, das er ohne großes Drumherumreden <FireGeorgeKarl.com> genannt hat. Die Header-Grafik ist herzallerliebt:

Es ist nicht die Person George Karl, die Feinstein böse aufstößt. Es ist einzig die Tatsache, daß er nicht in der Lage ist, aus einem viel mehr versprechenden Kader das Potential auszuschöpfen. Zu Karls Verteidigung muß man sagen, daß die Western Conference so stark und gleichzeitig ausgeglichen ist wie seit Jahren nicht mehr. Allerdings haben die Nuggets auch die vierthöchste Gehaltsliste der NBA. Sie haben zwei der Top-4-Scorer der Liga in ihren Reihen (Allen Iverson & Carmelo Anthony). Damit auf Platz 7/8 in der Western Conference herumzukrebsen macht sich nicht gut bei den Fans, die seit 12 Jahren auf einen Sieg in einer Playoff-Serie, seit 23 Jahren auf eine Conference-Finals-Teilnahme und seit 32 Jahren auf eine NBA-Finals-Teilnahme warten. Es rumort im Fan-Magen.
Angesprochen auf das Blog antwortete George Karl zunächst:
“The longer you’re with a team, the more people like you and the more people dislike you. I don’t think it’s valuable to pay attention to that, to de-energize me and waste my energy right now.”
<firegeorgekarl.com>
Das klingt eigentlich wie jemand, der über den Dingen steht. Jedoch schaltete Karl wenige Tage später seinen Anwalt ein und versuchte erfolglos, gegen Feinsteins Blog vorzugehen. In einer Email schrieb der Anwalt an Feinstein:
“Is your life really this boring and meaningless that you would spend the hours necessary to create such a website?
As Coach Karl’s counsel I am putting you on notice that I will sue you into bankruptcy should you cross the boundaries of permissible speech.”
<firegeorgekarl.com>
Es ist schwierig zu sagen, ob es sich hier um Humorlosigkeit oder um Dünnhäutigkeit handelt. Der Ton – den Feinstein hingegen in seinem Blog jederzeit wahrt – der Email ist vollends daneben. Ein Kommentator des Blog-Eintrags zum Anwaltbrief kam mit einer Idee zu einem Spin-Off daher: “FireGeorgeKarl’sAttorney.com”.
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