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The Rise and Fall of the Miro

Der Titel klingt nach großem Kino, nach einem großen Film. Einem abendfüllenden Film. Einem Film, der auf 70mm gedreht wurde, der von seinen Bildern lebt. Einem Film über Aufstieg und Fall eines Helden, über Verrat, über Schuld und Sühne. Das Problem ist der Hauptdarsteller, der mit seiner mangelnden Außenwirkung kaum in der Lage sein wird, so ein Biopic zu tragen.

Wie wäre Claudio Pizarros Karriere wohl verlaufen, wenn er Bremen nie verlassen hätte? Wahrscheinlich wäre Pizarro heute etwas weniger wohlhabend, aber vielleicht glücklicher, ich wäre meine historische Torjägerkanone los (mit Sicherheit!) und Werder hätte wohl nie einen Klose verpflichtet, aber womöglich trotzdem eine Meisterschaft mehr gewonnen.
kicker-Kolumnist Marco Bode

Wenn sogar jemand wie Marco Bode, der Kultur- und Friedenspreisträger der Villa Ichon, nachtritt, muß “ein Klose” wirklich das ganze Werderland gegen sich aufgebracht haben. Grün-weiße Schadenfreude begleitet den Niedergang des Spielers, der beim SV Werder zumindest an der Grenze zum Weltklassedasein gekratzt hatte.

Die Schlüsselszene von “The Rise and Fall of the Miro” ist das geheime Treffen mit der Bayern-Führung in Hannover, nur einen Abend vor dem großen Spiel des SV Werder gegen Espanyol Barcelona. Hier beginnt der schleichende Abstieg des Miroslav K. Am Ende des Films sitzt Klose auf der Bank der Bayern-Amateure. 0-5 liegt das Team hinten, Klose wird dennoch nicht eingewechselt.

In der letzten Szene des Films kommt ein alter Mann, der aussieht wie der Teufel und bereits in der hannoveraner Schlüsselszene zugegen war, nach dem Spiel in die Kabine, in der nur noch Klose sitzt und sich die Straßenschuhe zubindet. “Miroslav”, haucht der Mann, “würdest Du alles wieder so machen?” Klose schaut mit leeren Augen zu ihm auf. Er macht seine letzte Schleife, muß dazu auf den Schuh schauen, und blickt dann von unten nach oben zu dem alten Mann auf. Es ist die letzte Einstellung des Films. Leise haucht, nein, flüstert Klose: “Das interessiert mich überhaupt gar nicht.”

Die Leinwand wird schwarz, es erscheint in weißen Lettern “The End” und danach “Directed by: Martin Scorsese”. Dieser würde natürlich in den 90 (!) Minuten des Films ein Feuerwerk der großen Bilder abfackeln, aber diese letzte, ruhige, intime Einstellung prägt den Film: die leeren Augen eines gebrochenen Verräters, der seine Seele an den Teufel verkauft hat.

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