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Warum Sir Alex Trainer von ManU ist und nicht ich

Sir Alex Ferguson ist einer der erfolgreichsten Trainer der Fußballgeschichte. Seit 1986 lenkt er die Geschicke des Manchester United Football Club. Im Achtelfinale des FA Cups traf seine Mannschaft gestern auf den FC Arsenal. Es war das Duell des aktuellen Tabellenzweiten der englischen Premier League (ManU) gegen den Tabellenführer (Arsenal) und zudem das Duell der Trainerlegenden, Sir Alex gegen Arsène Wenger. Auch wenn “nur” um den Einzug ins Viertelfinale des FA Cups gespielt wurde, so ging es wie in jedem Duell dieser beiden Mannschaften, respektive dieser beiden Trainer, um viel mehr: Ruhm und Ehre, a.k.a. Prestige.

In freudiger Erwartung auf ein Klassespiel blickte ich vor dem Anpfiff auf die Mannschaftsaufstellung. Ungläubig schaute ich auf den Bildschirm: es fehlte Christiano Ronaldo, der momentan als bester Spieler der Welt gehandelt wird, der eine herausragende Saison spielt und der bisher in allen Wettbewerben zusammen 27 Treffer erzielt hat; es fehlte Owen Hargreaves, die Defensivzentrale im Mittelfeld; es fehlte Ryan Giggs, ManU-Legende auf dem linken Flügel; es fehlte Gary Neville, der Kapitän, Anführer und dienstälteste Spieler. Carlos Tevez, torgefährlicher Angreifer und vor Wochenfrist noch bei der Heimniederlage im Derby gegen Manchester City erfolgreich, saß ebenso auf der Bank wie das Urgestein Paul Scholes.

Stattdessen bot Ferguson mit Wayne Rooney nur eine Spitze auf. Dahinter ein dichtes Mittelfeld mit dem Edelreservisten Darren Fletcher, dem unkonstanten Nani, seinem ebenso wankelmütigen Kompagnon Anderson und dem dem asiatischen Markt geschuldeteten Ji-Sung Park. Als Rechtsverteidiger durfte der niemals gutspielende Wes Brown seinem Dilettantismus frönen. Verwundert rieb ich mir die Augen. Unmöglich, daß Sir Alex in so einem wichtigen Spiel so unwichtige Spieler auflaufen ließ!

Auf der Gegenseite schonte Arsène Wenger seinen Top-Torjäger Emanuel Adebayor und mußte auf den angeschlagenen Tomas Rosicky verzichten, aber ansonsten bot er seine beste Mannschaft auf. Kernstück war – wie bereits die ganze Saison über – der herausragende Cesc Fabregas, der sich mit Christiano Ronaldo um den Titel des Spielers des Jahres in der Premier League streitet.

Na toll, dachte ich mir, das wird was geben: Edelreservisten und Semi-Gescheiterte gegen eine der Top-Mannschaften Europas. Wie falsch ich doch lag!

ManU startete furios, spielte direkt und unerbittlich offensiv. Nani und Anderson wußten zu gefallen, vor allem, als Nani in der 15. Minunte eine Vorlage auf Rooney spielte, die dieser locker zum 1-0 einköpfte. Ab da blieb mir die Spucke weg: ManU stürmte und spielte, Arsenal stoppte, stockte und verlor Ball um Ball. Fabregas wirkte wie gelähmt, Arsenal gelangen kaum entlastende Defensivaktionen, geschweige denn Angriffsbemühungen. ManU drückte, machte Tempo und folgerichtig fiel nur vier Minuten später das 2-0. Arsenal war völlig konsterniert und nach dem sehr schönen 3-0 durch Nani stand Arsène Wenger an der Seitenlinie und konnte den Zusammenbruch seiner Mannschaft nur noch mit anschauen.

Nach der Pause ging es weiter wie zuvor. Die taktische Einwechslung von Adebayor konterte ManU mit dem 4-0. Edelreservist Darren Fletcher erzielte seinen zweiten Treffer in diesem Spiel. Sir Alex kaute sein Kaugummi nun etwas ruhiger. Ich sank in meinen Sessel zurück und erkannte, warum ich eben dort sitze und nicht Kaugummi im Old Trafford kaue.

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