Thomas Schaaf ist Trainer des ruhmreichen SV Werder Bremen. Seit dem 1. Juli 1972 ist er Mitglied des Vereins und seit dem 10. Mai 1999 ist er – nach einer erfolgreichen Spielerkarriere – Chef-Trainer bei Werder und mitverantwortlich für den Aufstieg der damaligen grauen Maus zu einem europäischen Schwellenverein, der diese Saison zum fünften Mal in Folge an der UEFA Champions League teilnimmt – wenn auch mit bisher eher enttäuschenden Endresultaten.
In Interviews wirkt Schaaf meist eher wie jemand, der zum Lachen in den Keller geht. Seriösität und Professionalität sind seine primären Ziele und sein vorhandener (!) hintergründiger Humor wurde z. B. am letzten Spieltag deutlich, als er auf die Frage, ob in der jetzigen Krisensituation des SV Werder eine Reise nach Bayern so erstrebenswert wäre, antwortete:
Steht so im Spielplan, deshalb fahr’n wa hin.
Schaafs ansonsten eher schablonenhafte Aussagen bieten eine hervorragende Zielscheibe für Hohn und Spott. Und so sehr ich ihn auch schätze (übigens: sehr sehr!), so einfach geht einem eine Schaaf-Parodie doch von den Lippen.
Ich skizziere hier ein fiktives postgame-Interview mit Thomas Schaaf nach einem x-beliebigen Spiel.
Herr Schaaf, das war heute kein/ein gutes Spiel Ihrer Mannschaft.
Wir haben/haben nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben.
Sie hatten/hatten keine schwerwiegenden Ausfälle zu beklagen.
Ich sage es immer wieder: es ist nicht nur Qualität, die eine Mannschaft ausmacht. Sicher ist es schön, wenn eine bestimmete Qualität vorhanden ist, aber man muß auch den Willen haben, das umzusetzen, was man sich vorgenommen hat.
Wie geht es nach diesem Spiel weiter? Wird der Sieg/die Niederlage Konsequenzen haben?
Wir werden das Spiel in Ruhe analysieren. Wir werden weiter an uns arbeiten und versuchen, im nächsten Spiel das umzusetzen, was wir in diesem Spiel versäumt haben.
Sie haben wieder einmal zwei/drei/vier/fünf/sechs Gegentore kassiert.
Es ist eben immer was los hier. Wir müssen den Zuschauern etwas anbieten, und das ist uns heute, glaube ich, ganz gut gelungen.
Auflistung der elementaren Thomas-Schaaf-Interview-Satzbausteine bzw. Wörter:
- Umsetzen, was man sich vorgenommen hat
Daran muß man arbeiten, so oder so. - Qualität, eine bestimmte (wahlweise auch “Potential“)
Qualität/Potential kann man haben, aber man muß auch unbedingt anhand dieser Qualität (1.) “umsetzen, was man sich vorgenommen hat”. - Arbeiten, an sich
Auf der Suche nach Qualitätsoptimierung ist die Arbeit an sich und den Sachen, die man sich vornimmt, elementar. - Anbieten
Den Zuschauern muß ein Anreiz geboten werden, sich den SV Werder anzuschauen, sei es auswärts, sei es daheim im Weserstadion. Deshalb muß etwas “los sein” und dem Zuschauer muß etwas “angeboten” werden.
Werder-Apologeten mögen mir diese Blasphemie nachsehen. Wie schon gesagt, ich schätze Schaaf sehr und könnte mir nur einen einzigen Trainer auf diesem Planeten vorstellen, den ich lieber als Chef des ruhmreichen SV Werder sehen würde, und das ist – Überraschung, Überraschung – Arsène Wenger, Mastermind des FC Arsenal, der ja nun mal auch beinahe (Beinahe! Beinahe!) 1995 Otto Rehagel beerbt hätte. Dummerweise entschied er sich damals für das Geld – und blieb in der japanischen J-League, um ein Jahr später zum FC Arsenal zu wechseln und … der Rest ist Geschichte.
Nur mal so als Idee (und ich weiß, daß Werder nie das Geld gehabt hätte, um Wenger seine Wunschspieler zu finanzieren):
- Vergangenheit: Thierry Henry im Trikot des SV Werder
- Gegenwart: Cesc Fabrègas im Trikot des SV Werder
Tss… da läuft mir fußballfanatischer Sabber aus dem Mundwinkel…
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