Paolo Maldini ist der letzte seiner Art. Seit 23 Jahren schnürt er für den AC Mailand die Fußballschuhe. Mit 16 debütierte er in der italienischen Serie A und seitdem hat er so ziemlich alles gewonnen, was der internationale Fußball an Titeln zu vergeben hat. Heute abend bestreitet er beim Heimspiel gegen den FC Arsenal sein 145. Champions-League-Spiel.
In einer Zeit des fortschreitenden Söldnertums wirkt ein Mann wie Maldini wie ein Relikt aus einer längst vergangen Zeit. Er führt die Liste der <One-Club Men> an: Männer, die ihre komplette sportliche Karriere bei einem einzigen Verein verbracht haben. Für den Sommer hat Maldini sein Karriereende angekündigt, was seine Platzierung als Erster in der Rangliste mit dann 24 Jahren zementieren wird. Genau genommen ist er seinem Club schon viel länger treu: bereits als Zehnjähriger kam Maldini in die Jugendmannschaft von Milan.
Zu seinem Nachteil ist der Verbleib beim AC Mailand nicht gewesen. Er wurde sieben Mal italienischer Meister, gewann fünf Mal die Champions League sowie etliche weitere Pokale. Nur mit der Nationalmannschaft blieb ihm der große Wurf versagt. Bei zwei Finalspielen (WM 1994 und EM 2002) ging er als Verlierer vom Platz. Nach dem Vorrundenaus bei der WM 2002 beendete er seine Naionalmannschaftskarriere.
Schon Maldinis Vater Cesare war 12 Jahre für den AC Mailand (1954-62) aufgelaufen. Er war auch italienischer Nationalspieler und von 1996-98 Nationaltrainer. Einer seiner Spieler war sein Sohn, zu der Zeit bereits Kapitän der Squadra Azzurra. Auch im Verein war Cesare Maldini kurz Paolos Trainer, als er im März 2001 seinen Posten als Technischer Direktor verließ und nach einer Entlassung das vakante Traineramt für einige Spiele übernahm. Als Paolo Maldini 2003 den AC Mailand als Kapitän zum Champions-League-Sieg führte, tat er es seinem Vater gleich, der exakt 40 Jahre zuvor den Europapokal gewonnen hatte.
In der Jugend des AC Mailand kickt mit Paolo Maldinis neunjährigem Sohn Christian bereits die dritte Generation Maldini. Aber auch der fünfjährige Daniel Maldini zeigte nach dem Europapokalsieg 2007, daß das Talent seiner Vorfahren in ihm weiterlebt. Gekonnt grätschte er dem Milan-Star Clarence Seedorf bei einer Bolzerei während der Feierlichkeiten den Ball vom Fuß.
Druckversion
Einen Kommentar abgeben