~750 Millionen € (~600 Millionen GPB)
Auf diese Summe schätzt Kevin McCarra die Ausgaben , die Roman Abramovich sich den FC Chelsea bisher hat kosten lassen.
Was hat’s gebracht?
- Zwei Meisterschaften (2005, 2006)
- einen FA Cup (2007)
- zwei Liga-Pokale (2005, 2007)
- zwei Champions-League-Halbfinals (2005, 2007), ein Achtelfinale (2006), ein Finale (2008)
Das ist eine ganze Menge silverware, aber im Verhältnis zu den exorbitanten Augaben doch gering, denn weniger hat auch Manchester United nicht vorzuweisen. Über den Vergleich der beiden Clubs schreibt Barbara Klimke für die Berliner Zeitung:
Der FC Chelsea bleibt ein Klub, den das schnelle Geld regiert, nicht die langwierige Arbeit; das vor allem ist der Unterschied zu Manchester United, wo Alex Ferguson seit zweiundzwanzig Jahren wirken kann und nicht bei jeder Krise sofort in Frage gestellt wird.
Nun ist es nicht so, daß Sir Alex nicht in Frage gestellt wird. In den zwei Jahren der Chelsea-Dominanz in der Premier League (2005/06) wurden einige Stimmen laut, der Schotte sei zu alt um im europäischen Spitzenfußball mitzuhalten. Das waren jedoch auch die Jahre, als United an den Amerikaner Malcolm Glazer verkauft wurde und Ferguson in der Ausgabepolitik die Hände gebunden waren. Als die Übernahme vollzogen war und ihm wieder Finanzmittel zur Verfügung standen, änderte er den Stil seiner Mannschaft von robustem Offensivfußball mit festen Positionen hin zu variablem Fußball mit umherschwirrenden Stürmern. Insofern ist Uniteds Champions-League-Sieg sicherlich auch ein Verdienst der Konstanz, vor allem aber ein Verdienst der Veränderungsbereitschaft eines alten, schottischen Sturkopfs.
Die Geschichte von Avram Grant ist kürzer als Fergusons. Im September 2007 übernahm er einen schlingernden Fußballtanker, brachte ihn zurück auf Kurs, hielt das Rennen um die Premiership bis zum letzten Spieltag offen und führte Chelsea ins Champions-League-Finale, wo er genauso gut hätte triumphieren können wie Ferguson, wenn, ja wenn ihn seine Spieler nicht im Stich gelassen hätten: Drogba mit seinem Platzverweis, Terry mit seiner Rutschpartie und Anelka mit seiner Indifferenz. Aber vermutlich hätte er sich auch mit dem Pokal mit den großen Ohren im Schoß nicht gehalten, zu wenig strahlt er den neureichen Glamour aus, der seinem Vorgänger Mourinho und eben Abramovich zu eigen ist. Seine Abfindung wird so elfenbeinzimmerig ausfallen wie es unter dem Neo-Zaren üblich ist; seine rasche Demission und die Neubesetzung seines Postens durch den nächstbesten Trainer mit großen Ambitionen, internationalem Flair und medientauglicher Rhetorik bedeutet, daß der Hauruck-Fußball, den Chelseas Ansammlung grandioser Solisten spielt, die Vereinsführung in Person von Abramovich eins zu eins widerspiegelt. Von der Konstanz von United oder Arsenal ist Chelsea meilenweit entfernt. Es bleibt zu hoffen, daß diese Mentalität keine Früchte trägt und Chelsea der finale Triumph in Europas Oberhaus weiterhin versagt bleibt, so schade das auch für den capitano sein mag.
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